Juliana zu Stolberg- die Stammmutter der Oranier

160 Enkel und Urenkel! Juliana zu Stolberg (1506-1580) bekam in zwei Ehen 17 Kinder, die sie zur Stammmutter vieler regierender Häuser Europas werden ließen. Ihre bedeutendsten Söhne waren Prinz Wilhelm I. und Graf Johann VI., die Stammväter der älteren und jüngeren Linie des niederländischen Herrscherhauses Oranien-Nassau. Wilhelm wird als der Befreier der Niederlande von der spanischen Herrschaft in die Geschichte eingehen, als „Vater des Vaterlandes". Drei seiner Brüder fielen im Kampf gegen die Spanier, er selbst wurde 1584 ermordet. Die niederländische Nationalhymne trägt seinen Namen, Het Wilhelmus.

Schloss Stolberg: Stammsitz der Oranier

Der Stuhl aus unserer Plakatserie gehört zum Inventar des Geburtsorts von Juliana, Schloss Stolberg im Harz. Bis zum Alter von 13 Jahren wuchs Juliana hier und in Wernigerode auf. Anschließend lebte sie am Hofe ihres Onkels in Königstein, Taunus.  Nach dem frühen Tod ihres ersten Mannes heiratete sie Graf Wilhelm von Nassau-Dillenburg, dessen Herrschaftsgebiet große Teile der Niederlande umfasste. Ihr erstgeborener Sohn Wilhelm erbte zusätzlich das französische Fürstentum Oranien (Orange).
Schloss Stolberg gilt daher als Muttersitz der Oranier. Prinzessin Beatrix, bis 2013 Königin der Niederlande und Prinzessin von Oranien-Nassau und ihr Sohn, König Willem-Alexander sind direkte Nachfahren der Juliana zu Stolberg. Deren Andenken wird in den Niederlanden hochgeehrt. Es gibt Straßen, Plätze und Schulen, die nach ihr benannt sind. Welche Wertschätzung sie darüber hinaus im niederländischen Königshaus genießt, kann man natürlich nur vermuten. Jedoch erinnern wir uns an den Namen der Königinmutter, die 2004 im Alter von 94 Jahren starb: Juliana.

Eindrücke von Schloß Stolberg

Vor dem Verfall gerettet

Schloss Stolberg selbst stammt aus dem 15.–18. Jahrhundert. Nach der Wende 1990 ging das Schloss in den Besitz der Treuhand über und stand lange leer. Nachdem ein Hotelprojekt im Schloss 1994 gescheitert war, drohte Schloss Stolberg zu verfallen. 2002 übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Schloss in ihr Eigentum, um es vor dem Niedergang zu retten. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist das Schloss nun wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.