Schenken Sie der Patent-Papierfabrik in Hohenofen eine Zukunft!

Hier wurden Papiere aus „vorchristlicher“ Zeit hergestellt: die Patent-Papierfabrik in Hohenofen bei Neustadt, rund 100 km nordwestlich von Berlin, produzierte noch bis ins Jahr 1990 nach einem antikem Verfahren.

Denn hier wurde das Papier zwar maschinell, aber nach einem Prinzip hergestellt, das etwa Mitte des 2. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung erfunden worden war. Damals schöpfte man ein Faservlies aus dem Bast des Papiermaulbeerbaums in wässriger Suspension auf ein Sieb aus Seidenfäden und trocknete es auf Steinen.

Zwar wurden in Hohenofen Textilfasern zur Papierherstellung benutzt, doch das antike Verfahren der sogenannten Langsiebtechnik wurde hier noch bis ins 20ste Jahrhundert angewendet. Die Patent-Papierfabrik erzeugte Staats- und Behördendokumente, aber auch Schreib- und Zeichenpapiere oder Tapeten.

Weil die Feinpapiermaschine zu DDR-Zeiten nicht auf den neuesten Stand gebracht worden war, hatte die Fabrik nach der Wende keine Chance. Der Versuch, in dem Werk eine Zellstoffaufbereitung zu etablieren, scheiterte 1992. Seitdem stand der Gebäudekomplex leer – und verfiel zusehends.

Ansichten der Patent-Papierfabrik

2003 wurde dieses wichtige Zeugnis der Industriegeschichte unter Denkmalschutz gestellt. Die frühere Produktionslinie ist fast vollständig erhalten, sodass man in Hohenofen das Prinzip und den Beginn der industriellen Papierherstellung sehr gut nachvollziehen kann. Sogar die letzte Rolle Transparent-Zeichenpapier hängt noch auf der Spindel.

Doch die ehemaligen Fabrikgebäude müssen dringend gesichert und die Dächer, vor allem diejenigen über dem ehemaligen Dampfmaschinenhaus und dem Papiersaal, erneuert werden. Pläne für die Zukunft der Fabrikanlage gibt es reichlich: zahlreiche Menschen vor Ort machen sich dafür stark, hier einen Kultur- und Gewerbestandort mit den Schwerpunkten Papier sowie Erzeugung und Vertrieb von Bioprodukten zu entwickeln. Schon jetzt kehrt das Leben wieder merklich in das einstmals verlassene Areal zurück: Kleinbetriebe haben sich bereits hier angesiedelt, Kulturveranstaltungen organisiert und Kunstprojekte durchgeführt.


Wir bitten Sie um Ihre Hilfe zur Rettung dieses einmaligen Industriedenkmals!