Das Hugenottenhaus in Hammelspring braucht Unterstützung

Hugenottenhaus Hammelspring, Hofseite© ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Das Hugenottenhaus als Ort der Zuflucht

Als König Ludwig XIV 1685 das Edikt von Fontainebleau verabschiedete, erreichte die Verfolgung der Hugenotten in Frankreich Ihren Höhepunkt. Ihnen blieb nur die Wahl zwischen Unterwerfung oder verbotener und damit lebensgefährlicher Flucht. Zu Letzterem ermutigt wurden die französisch Reformierten unter anderem vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, der ihnen in Brandenburg eine sichere Bleibe und Unterstützung versprach. Ein Zeugnis dieser Geschichte von Verfolgung und Asyl steht heute noch immer in Hammelspring, einem unscheinbaren Straßendorf in der Uckermark, südlich von Templin. Hier, im sogenannten Hugenottenhaus, fand 1762 die Flüchtlingsfamilie Andrée aus Frankreich eine neue Bleibe.  

Massive Schäden am Haus

Dass sich so viel von der originalen Bausubstanz erhalten hat, liegt unter anderem an der durchgängigen Nutzung des Hauses durch die Hugenotten und ihre Nachfahren. Der letzte von ihnen, Willy Malingriaux, zog 1968 aus. Seitdem steht der Hof leer – schon über 45 Jahre lang. Daneben setzten unterlassene Reparaturen und mangelnde Pflege dem Gebäude extrem zu. Das Dach ging kaputt: Fehlende Biberschwanzziegel und eine völlig defekte Dachentwässerung führten zu massiven Schäden der Fachwerkkonstruktion. Das Haus war vom Einsturz bedroht. Die Eckstiele, aber auch viele Streben im Bereich der Hof- und Giebelfassade sind morsch. An drei Haus­seiten waren die Fußschwellen so zersetzt, dass sich die Außenwände der Nord-, Süd- und Ostseite um mehrere Zentimeter senkten. Von den bauzeitlichen Lehmstaken-Ausfachungen haben sich zwar fast alle erhalten, aber die meisten sind schadhaft und müssen überarbeitet werden. Das Innere kann man nur in Begleitung von Ortskundigen betreten. Zu löchrig und instabil sind die Dielenböden der beiden oberen Geschosse. 

Ein Notdach dank der Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin

Seit 2012 hat das Hugenottenhaus ein Notdach. Damit ist der erste Schritt getan, um seinen Verfall zu stoppen. Der Dank dafür gebührt ganz wesentlich der Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. In einer großen Aktion nahmen die jungen Leute die Ziegel ab, bargen sie, brachten Bitumenwellplatten auf und installierten Dachrinnen.

Engagierter Förderverein

Seit 2011 kümmert sich auch der Förderverein Hugenottenhaus Hammelspring e.V. um die Erhaltung des Hugenottenhauses. Neben der Sanierung geht es dem fachkundigen Verein (Vorsitzende Martina Reichelt ist Bauingenieurin) auch darum, den Menschen im Dorf zu zeigen, über welch historisch wertvolles Denkmal sie verfügen. Er möchte ihnen aber auch eine Begegungsstätte bieten - im Ort fehlt ein Treffpunkt für die verschiedenen Vereine und Interessengruppen. Für das Obergeschoss ist eine Ausstellung über die Einwanderung der französischen Glaubensflüchtlinge in die Uckermark geplant.