Moos und Moder in Lausa

© R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Algen und Moos breiten sich an der Kirche in Lausa aus

Als erste Notmaßnahme begann die Trockenlegung noch im Spätherbst des letzten Jahres, um das dramatische Modern aufzuhalten. Auf dem Altar brüten Vögel. Dem Gekreuzigten fehlt ein Arm, und die heilige Katharina steht ohne ihr Attribut, das Rad, da. Feuchtigkeit ist in die Wände gekrochen. Es schimmelt, und Pilze wachsen am Boden. Der Putz löst sich und blättert. Um die Holzsäule im Chor hat sich ein Moosteppich gebildet. Es ist alarmierend, wie schnell die Feuchtigkeit im Raum zunimmt. Das ist nicht nur zu sehen, sondern auch zu riechen. 

Drastische Schäden - aussen und innen

„Niemand kann sich erklären, warum sich die Schäden in den letzten Jahren derart rasch verschlimmert haben“, sagt  Kirchenbaureferent Frank Stiehler beunruhigt. Zwar ist die Kirche nicht komplett trocken gewesen, aber mit dem momentanen Bild – außen grün von Algen und die Strebepfeiler vollgesogen mit Wasser – hat niemand gerechnet. Bauingenieur Detlev Goldbach vermutet, dass sich die Wege des Wassers geändert haben und daher das Gemäuer wie im Zeitraffer unter Wasser gesetzt wird. Die Lage am Hang und das tiefe Bodenniveau sind zwar nicht ideal, aber andere Gebäude mit ähnlichen Standorten zeigen nicht diese drastischen Schäden. Ehe man sich den Wurmlöchern im wertvollen Kastengestühl und den Emporen des 17. Jahrhunderts sowie dem Kompositaltar mit seinen Altarfiguren widmen kann, muss zunächst nach den Ursachen für die Feuchtigkeit geforscht und die Kirche trockengelegt werden.

Bauwerk mit über 500-jähriger Geschichte

Das Bauwerk, das 1473 auf Initiative der Rittergutsherren Hans, Otto und Christoffel von Pflugk entstand, birgt in seinem Inneren Zeugnisse aus fünf Jahrhunderten, darunter einen Taufstein und eine Sakramentsnische, deren spätgotische, blaue Fassung in erstaunlicher Farbenpracht erhalten ist. Auch außen behielt die Kirche ihre markante spätgotische Gestalt, den polygonalen Chor, ihre wuchtigen Strebepfeiler und die Maßwerkfenster. Und dies, obwohl der gesamte Ort 1637 im Dreißigjährigen Krieg verwüstet und die Kirche stark beschädigt wurde. Im Zuge der Neubesiedlung baute der sächsische Kurfürst und Grundherr von Lausa, Johann Georg III., die Kirche wieder auf. In ihrem stimmigen Gesamtbild und dem damit einhergehenden Charme besteht ihr besonderer Wert. Durch ihre Ausstrahlung und Wärme gewinnt das Gotteshaus die Menschen – Gläubige wie Nichtgläubige.