Dorfkirche Bargischow

© R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Der Dorfkirche in Bargischow muss geholfen werden

„Passen Sie auf, wohin Sie treten“, sagt Architekt Klaus Grützmann, „manche Dielen hier auf dem Dachboden sind morsch.“ Nicht verwunderlich, wurden sie doch schon vor mehreren Hundert Jahren in der Dorfkirche im vorpommerschen Bargischow bei Anklam verlegt. Sie aber sind nicht das Problem. Das Problem stellen vielmehr die verfaulten Deckenbalkenköpfe dar, die die Sicherheit der Kirche gefährden und im schlimmsten Fall zu einer Schließung des Gebäudes führen werden.

Dabei sieht man der kleinen hübschen Kirche ihre Notlage auf den ersten Blick nicht an: Malerisch liegt sie inmitten des Dorfes mit seinen rund 200 Einwohnern. Kirche und Friedhof sind sorgsam umrahmt von einem schmiedeeisernen Zaun.

Risse im Mauerwerk

Das einschiffige Kirchengebäude zeigt sich mit seiner reizvollen Kombination aus Feld- und Backsteinen und seiner Architektur aus Westturm, kurzem Langhaus und rechteckigem Chor typisch für die Dorfkirchen von Vorpommern. Das Langhaus und der Chor wurden ursprünglich im Zuge der Christianisierung Pommerns um 1300 errichtet, im Dreißigjährigen Krieg zerstört und Ende des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Der Turm aus backsteingefülltem Fachwerk mit Spitzhelm stammt ebenfalls aus dieser letzten Bauphase. Im Jahr 1877 wurde die Kirche erstmals umfassend saniert. Vor allem aber die wegen Einsturzgefahr dringend nötig gewordene Grundsanierung des Turms Anfang der 1990er-Jahre lässt den Sakralbau zunächst standfest und gesichert wirken. Doch schon beim ersten Umrunden des Kirchenbaus fallen die untrüglichen Zeichen des Verfalls auf, die Handlungsbedarf signalisieren: zwei nicht zu übersehende Risse im Mauerwerk auf der südlichen Seite des Langschiffs und Bäume, die auf der nördlichen Seite aus der Mauer herauswachsen. Im Gras vor der Kirche stolpert man über herabgefallene Dachziegel.

Gefährlich: es fault in den Deckenbalkenköpfen

„Das Dach weist immer mehr sichtbare Undichtigkeiten auf“, sagt Architekt Grützmann. Was er meint: Löcher durch fehlende Ziegel lassen Regen einfallen und den Dielenboden morsch werden. „Da muss bald etwas geschehen. Aber die komplett verfaul­ten Deckenbalkenköpfe bereiten uns viel größere Sorgen. Nur durch die starken Außenmauern und die hohen Aufschieblinge“ – hier kommen wir in die Fachsprache des Zimmermanns: Aufschieblinge sind keilförmige Sparrenaufsätze im Traufenbereich, die durch eine Verringerung der Dachneigung im unteren Dachbereich einen Dachüberstand ermöglichen – „hält die Konstruktion zur Zeit gerade noch.“ Man muss schnellstmöglich die Fußpunkte der Dachsparren und die darunter befindlichen Enden der Deckenbalken, Gebinde für Gebinde, durcharbeiten und sanieren, sonst ist die Sicherheit der Kirche nicht mehr gegeben.

Der Austausch der Deckenbalkenköpfe ist also das vordringlichste Projekt, dann stehen eine neue Dacheindeckung und schließlich die Mauer­werkssanierung an, die jedem einleuchtet, der vor dem Gotteshaus steht. Ein Programm, das Pastor Spießwinkel und Kirchengemeinderat Binder zwar nicht verzagen, aber angesichts der Finanzierung dieser Maßnahmen angespannt in die Zukunft blicken lässt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz möchte dabei helfen und bittet Sie dabei um Unterstützung.