Kunsthalle Darmstadt

© Kunsthalle Darmstadt, Anke Müllerklein 2015

Ein Denkmal der Nachkriegszeit, das Bauhauskultur und internationalen Stil vereint

Früher hatten Museen schon durch ihre ausladende Größe zu beeindrucken. Nachdem aber die alte Kunsthalle von Darmstadt im 2. Weltkrieg völlig zerstört wurde, errichtete der Architekt Theo Pabst (1905-1979) Ende der 50er Jahre einen völlig neuen Bau: offen und lichtdurchflutet. Doch das bedeutende Kulturdenkmal trägt inzwischen umfangreiche Schäden an der Außenhülle. Tür- und Fensterteile sind korrodiert; Gläser-, Steinelemente und Fliesen sind gesprungen, durch das undichte Dach dringt Wasser ein.

Richtungsweisende Architektur in Zeiten dünner Haushaltslage

1944 fiel die alte 1889 erbaute Kunsthalle am Rheintor im Bombenhagel der Alliierten. 1954 wurde ein Wettbewerb zum Neubau der Kunsthalle mit folgenden Vorgaben ausgeschrieben: das Gebäude sollte zwei Ausstellungshallen von 65 qm und 200 qm, einen Sitzungssaal und eine Empfangshalle aufweisen. In der Haupthalle musste mittels Oberlichtern für die blendfreie Beleuchtung von Gemälden und Grafiken gesorgt werden. Für Ausstellungen von Plastiken sollte Seitenlicht einfallen. Bei den Außenanlagen waren Wasserbecken sowie Raum und Wände zum Aufstellen von Plastiken gewünscht. Der Architekt Theo Papst gewann den Wettbewerb. Aufgrund des begrenzten  Finanzvolumens konnten bei der Umsetzung ab 1956 einige Anbauten auf der Rückseite nur baulich vorbereitet werden.  

Einweihung 1957

Die neue Kunsthalle zeigte sich bei ihrer Einweihung 1957 als schlichter Kubus mit mittigem, rechteckigen Saal, den eine opake Glasdecke unter einem gläsernen Satteldach überspannte, einem kleineren Saal für Plastiken im Westen und einem Servicetrakt. 1963-1964 wurde der Portikus des nördlichen Rheintors, der schon im Gebäude der alten Kunsthalle integriert war, vor der Kunsthalle an der Rheinstraße wieder aufgebaut. Die Kunsthalle wurde nach Pabsts Entwurf nach Norden erweitert. 1986/1987 erhielt die Kunsthalle nach den Plänen des Architekten Hans-Henning Heinz im Norden einen zweiten Erweiterungsbau, der sich an dem Kubus, den Maßen und Materialien des Ursprungsbaus orientierte. Der einst offene Vorplatz mit seinen Skulpturen wurde durch einen Zaun vor Vandalismus geschützt.

Mit Ihrer Hilfe kann sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an der Sanierung der Außenhülle dieses Denkmales beteiligen – und damit an der Erhaltung eines der wenigen erhaltenen Bauwerke des internationalen Stils und der Bauhaus-Architektur der Zwanziger Jahre.