Glienicker Brücke

Die Glienicker Brücke in Potsdam© Arbeitsgemeinschaft Kolonnaden Glienicker Brücke, Potsdam

Geschichtsträchtige Brücke mit Ursprung im 17. Jahrhundert 

Die Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam ist international bekannt – als Symbol der deutschen Teilung sowie der deutschen Einheit. Bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht die Geschichte der Brücke: Damals wurde eine erste schmale Holzbrücke an dieser Stelle gebaut, die jedoch nur vom Adel genutzt wurde. Als auch der allgemeine Kutschverkehr die Brücke passieren durfte, wurde sie 1777 durch einen Neubau mit Geländern und Wachhäuschen ersetzt. Mit dem Bau der ersten steinernen Brücke wurde 1831 begonnen. Doch den Anforderungen des motorisierten Verkehrs und des Teltowkanals hielt diese nicht stand. Im Jahr 1906 wurde stattdessen ein weiterer Neubau errichtet, der sich bis heute als Stahlträgerkonstruktion mit einem Fachwerk über der Havel erhebt und auf Potsdamer Seite von neobarocken Kolonnaden flankiert wird.

Neubau der Brücke und Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Die stadtbildprägende Zufahrt der Brücke auf Potsdamer Seite wird beidseitig von den Säulenreihen mit Brüstungen und Vasen aus Sandstein begrenzt. Sie wurden als Bestandteil des Brückenneubaus 1906 und in Anlehnung an die "Ringerkolonnaden" des Potsdamer Stadtschlosses errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke zerstört und anschließend wiederaufgebaut. Seit Dezember 1949 markierte ein weißer Strich auf der Brücke die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin. Im Juli 1953 wurde die Brücke für Zivilpersonen gesperrt und konnte von dort an nur noch mit einer Sondergenehmigung passiert werden. 

Weltweite Bekanntheit als "Agentenbrücke"

Traurige Berühmtheit erlangte die "Brücke der Einheit" während des Kalten Krieges: Drei Mal wurden zwischen 1962 und 1986 Agenten ausgetauscht. Die Brücke war deshalb so geeignet, weil sie von den beteiligten Mächten, der USA und der Sowjetunion, von Berlin aus so gut erreichbar war. Zudem konnte die Umgebung gut gesichert werden. So erlangte die Glienicker Brücke unter dem Namen „Agentenbrücke“ weltweite Bekanntheit. Oscarpreisträger Steven Spielberg mit seinem Hauptdarsteller Tom Hanks bringt die Agentengeschichte zur Glienicker Brücke ins Kino. Im November 2014 sollen die Dreharbeiten in Potsdam und im polnischen Breslau beginnen: Am 10. November 1962 wechselten auf der damaligen Grenzbrücke zwischen Potsdam und Westberlin Agenten die Seiten. Gedreht werden soll auch direkt am historischen Schauplatz, an der Glienicker Brücke.

Nach dem Fall der Mauer konnten am 10. November 1989 erstmals wieder Menschen frei über die Brücke gehen. Seit 1990 ist das Ensemble aus Brücke und Kolonnaden Teil des UNESCO Welterbes und außerdem eingetragenes Einzeldenkmal. 

Instandsetzung der Kolonnaden

Die Konstruktion der Kolonnaden der Glienicker Brücke war in ihrer Standsicherheit stark gefährdet. Die inneren Stahlverbindungen der aus Wünschelburger Sandstein bestehenden Säulenarchitektur rosteten. Die damit verbundene Volumenzunahme führte zu Rissen und sprengte die Säulen und Gesimse der die Brücke seitlich begrenzenden Kolonnaden. Die südliche Kolonnade wurde komplett abgebaut und aus den Originalteilen mit neuen Verbindungen aus Edelstahl wiederrichtet. 
Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Potsdam und unter der Schirmherrschaft des ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck sammelt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz seit 2011 Spenden für den Erhalt der Kolonnaden der Glienicker Brücke. Im August 2012 konnten auf diese Weise die ersten Bauarbeiten zur Instandsetzung des einzeln stehenden Pylons auf der nördlichen Seite beginnen. 

Dank zahlreich eingegangener Spenden kann die Restaurierung der südlichen Kolonnaden zum Jubiläum des 25jährigen Mauerfalls fertiggestellt werden. Nun sind weitere Spenden notwendig, um nun auch die nördlichen Kolonnaden instandsetzen zu können.

Die einzelnen Bauteile des Pylon werden abgenommen.© Firma Naturstein Potsdam
Die Schäden werden ausgebessert.© Firma Naturstein Potsdam