Ev.luth. Kirche Langeneß

© Matthias Krämer

Eine Kirche trotzt dem Meer

Von der nordfriesischen Küste aus gesehen, ist sie nur einer von vielen einsamen Punkten mitten im Meer. Und auch wer näher kommt, mag sie kaum von den anderen Häusern auf ihren Warften unterscheiden. Seit über 120 Jahren zurrt hier der starke Nordseewind am Reet der Häuser und des Kirchendachs. Sehr bald kann er gewinnen, denn das Dach des Gotteshauses ist dünn geworden. Und längst haben die Winde ihre zerstörerischen Verbündeten herangetragen: Feuchtigkeit und Salze schädigen den Bau.

Die Hallig Langeneß liegt zwischen den Inseln Föhr und Pellworm. Eine Lorenbahn führt mitten durch das Wattenmeer, verbindet die Insel mit dem Festland. Im 17. Jahrhundert erhielt Langeneß – nachdem bereits einige frühere Kirchspiele der Insel von Sturmfluten zerstört wurden -  ein Kirchengebäude auf der heutigen Kirchwarf. Doch auch dieses Gebäude wurde mehrfach ein Opfer des Meeres und musste neu errichtet werden. Der heutige Bau, eine neugotische Saalkirche aus dem Jahr 1894, ruht auf den Fundamenten ihres Vorgängerbaus aus dem 18. Jahrhundert. Ein Anbau im Osten der Kirche diente bis in die 1960er Jahre als Schule. Trotz des beschwerlichen Lebens, alle Langenesser sind stolz auf ihre Identität in Nordfriesland, auf ihre eigenen zwei Postleitzahlen und auf ihre Kirche!

Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert

Auch wenn diese Kirche zweimal neu errichtet worden ist - ihre kostbare Ausstattung brachten die Bewohner der Hallig immer rechtzeitig in Sicherheit. So zeugt das heutige Inventar von der wechselvollen Geschichte der Kirche: das älteste Kunstwerk, eines der beiden erhaltenen Taufbecken, stammt aus dem 13. Jahrhundert, ein weiteres aus dem 16. Jahrhundert. Einzigartig sind auch der bemalte Flügelaltar, das Gestühl und die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert. Der Altar ist eine Stiftung zweier Schiffer aus Langeneß, zeigt die Kreuzigung Jesu, das Letzte Abendmahl und die vier Evangelisten. Von besonderer Bedeutung ist die ist die Malerei auf der hölzernen Bohlendecke von 1731 mit Motiven aus dem alten und neuen Testament.  

Zeugen des steten Untergangs und Neuaufbaus

Doch die extreme Witterung blieb nicht ohne Folgen: Das Reetdach muss dringend erneuert werden. Mauerwerk und Steine sind an vielen Stellen gerissen. Die gusseisernen Fenster rosten. Der Putz, die Holzdecke mit den Malereien von 1731 sind von Pilz, Schimmel und Algen befallen.

Bitte helfen Sie mit ihrer Spende, diese Kirche an diesem besonderen Ortes zu erhalten!