Dorfkirche St. Petri in Benz

Dorfkirche Benz Usedom© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Dorfkirche St. Petri als beliebtes Motiv für Besucher und Künstler

Für die Besucher der Insel Usedom ist die Dorfkirche St. Petri ein beliebtes Fotomotiv. Selbst der deutsch-amerikanische Maler und Grafiker Lyonel Feininger (1871-1956) hielt die Kirche bereits vor gut hundert Jahren mehrmals mit Farbe und Pinsel als Ölgemälde fest. Nicht verwunderlich, wenn man den historischen Feldsteinbau mit seinem imposanten Turm betrachtet, der idyllisch in unmittelbarer Nähe des Schmollensees und nahe der Küste mit den Seebädern gelegen ist.

Baugeschichte und Baugestalt

Die Kirche wurde von dem Kloster Pudagla aus gegründet und erstmals 1229 erwähnt. Das heutige Kirchschiff stammt jedoch aus dem 15./16. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert wurde der Turm erbaut, der 1740 seine heutige Gestalt mit einer geschwungenen Turmhaube und einer Laterne erhielt. 1741 wurde der Chor in den Bau integriert.

Dorfkirche St. Petri in Benz © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Renovierungen im 19. und 20. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche erneut renoviert. So wurde 1836 die Balkendecke durch eine gewölbte Holztonne ersetzt. Auf dieses Gewölbe wurde eine Kassettendecke – eine Decke mit kastenförmigen Vertiefungen – gemalt. Die als Sternenhimmel gestaltete Decke prägt den Kirchraum und zieht immer wieder zahlreiche Besucher an. Weil der Turm zahlreiche Schäden aufwies, musste er 1911 – abgesehen vom Sockelgeschoss – abgenommen werden. Anschließend hat man ihn nach dem alten Vorbild wiederaufgebaut. In der Folgezeit entstanden allerdings umfassende Schäden an Dachhaut und -konstruktion.

Die Innenausstattung unter dem Sternenhimmel

Vor dem Westgiebel über dem Eingang ist raumbreit eine Empore angeordenet, die die klassizistische Orgel (1847) trägt. Ein klassizistischer Altar von 1712 gehört ebenso zur Ausstattung wie sechs spätgotische Schnitzfiguren, die Petrus, Elisabeth von Thüringen, den Evangelisten Johannes, Johannes den Täufer sowie Katharina darstellen und von einem Vorgängeraltar stammen.

An der Nordwand des Chorraums kann man eine Grabplatte aus Kalkstein entdecken mit einem flachen Relief des fürstlichen Kanzlers Jakob von Küssow im ritterlichen Gewand. Ursprünglich befand sich dort einmal dessen Gruft. 

Turm in Gefahr

Über hundert Jahre nach der letzten Turmsanierung ist dieser nun erneut in Gefahr. Eindringende Feuchtigkeit hat dazu geführt, dass seine Holzkonstruktion marode ist. Der Verfall war so weit fortgeschritten, dass die Standsicherheit des Turms nicht mehr gegeben war. Im Sommer 2013 wurde daher eine Notsicherung durchgeführt. Damit der 25 Meter hohe Turm wieder stehen kann, beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an den umfassenden Sanierungsarbeiten. Dabei wird zunächst der Turmhelm abgenommen und restauriert, um dann anschließend wieder aufgesetzt zu werden.